Met und seine Herstellung – Honigwein wie bei den Wikingern selber machen
- 24. Mai 2025
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 26. Mai

Inhaltsverzeichnis:
Was ist Met?
Kaum ein Getränk wird so eng mit den Wikingern verbunden wie Met. In Filmen, Serien und modernen Darstellungen sieht man nordische Krieger häufig mit Trinkhörnern in der Hand, gefüllt mit dem goldenen Honigwein. Doch Met war weit mehr als nur ein alkoholisches Getränk. Für die Menschen des Nordens war er ein Symbol für Gastfreundschaft, Wohlstand und gesellschaftlichen Status.
Met gehört zu den ältesten alkoholischen Getränken der Welt. Seine Geschichte reicht mehrere tausend Jahre zurück und begann lange vor der Wikingerzeit. Dennoch spielte er in Skandinavien eine besondere Rolle und taucht sowohl in historischen Quellen als auch in den Mythen der nordischen Götterwelt auf.
Anders als Bier wird Met nicht aus Getreide hergestellt, sondern aus Honig, Wasser und Hefe. Durch die Gärung entsteht ein aromatischer Honigwein, dessen Geschmack von süß bis trocken reichen kann.
Bis heute erfreut sich Met großer Beliebtheit. Mittelaltermärkte, Wikingerfeste und historische Veranstaltungen wären ohne ihn kaum vorstellbar. Viele Liebhaber gehen sogar noch einen Schritt weiter und stellen ihren eigenen Met her – eine Tradition, die mit etwas Geduld auch heute problemlos möglich ist.
Die Bedeutung von Met in der nordischen Mythologie
Wer sich mit der nordischen Mythologie beschäftigt, begegnet Met immer wieder. Besonders bekannt ist der sogenannte Skaldenmet oder Dichtermet.
Der Sage nach entstand dieser magische Trank aus dem Blut des weisen Kvasir. Jeder, der davon trank, erhielt außergewöhnliche Weisheit und die Gabe der Dichtkunst. Die Geschichte verdeutlicht, dass Met in der nordischen Vorstellungswelt nicht nur Genussmittel war, sondern auch mit Wissen, Inspiration und göttlicher Macht verbunden wurde.
Auch Odin spielt in den Überlieferungen eine zentrale Rolle. In mehreren Geschichten sucht er nach dem kostbaren Dichtermet und setzt List und Mut ein, um ihn zu erlangen. Dadurch wird Met zu einem Symbol für Erkenntnis und Weisheit.
Selbst in Walhall, der berühmten Halle Odins, wird Met erwähnt. Dort feiern die gefallenen Krieger nach den Vorstellungen der nordischen Mythologie ihre ewigen Gelage.
Wurde Met von allen Wikingern getrunken?
Hier lohnt sich ein genauer Blick. Moderne Darstellungen vermitteln oft den Eindruck, als hätten Wikinger ständig Met getrunken.
Die Realität war wahrscheinlich etwas anders. Honig war ein wertvoller Rohstoff und nicht unbegrenzt verfügbar. Deshalb dürfte Met vor allem bei Festen, religiösen Feiern und besonderen Anlässen ausgeschenkt worden sein.
Im Alltag spielte Bier vermutlich die größere Rolle. Es war einfacher und günstiger herzustellen und gehörte in vielen Haushalten zur täglichen Ernährung.
Met blieb dennoch ein prestigeträchtiges Getränk, das eng mit Gastfreundschaft und gesellschaftlichem Ansehen verbunden war.
Schmeckt Wikinger-Met wie moderner Met?
Die ehrliche Antwort lautet: Wahrscheinlich nicht.
Die Wikinger verfügten weder über moderne Hefekulturen noch über kontrollierte Gärprozesse. Ihr Met dürfte deutlich stärker geschwankt haben – von süß bis trocken, von klar bis trüb. Auch Gewürze, Kräuter und regionale Zutaten beeinflussten den Geschmack erheblich.
Wer heute Met herstellt, erhält meist ein wesentlich stabileres und vorhersehbareres Ergebnis als ein Brauer vor über 1.000 Jahren.
Zutaten: Was braucht man für echten Met?
Die Grundzutaten für Met sind einfach, aber hochwertig:
Honig – möglichst naturbelassen (z. B. Blüten- oder Waldhonig, kein erhitzter Supermarkthonig)
Wasser – still, möglichst gefiltert
Hefe – idealerweise Weinhefe oder spezielle Methefe
(Optional) Hefenährsalz – fördert eine gesunde Gärung, besonders bei reinem Honig ohne Fruchtzugaben
Mengenverhältnis (Beispiel für 5 Liter Met):
1,5 bis 2 kg Honig
4–5 Liter Wasser (je nach gewünschtem Alkoholgehalt)
1 Päckchen Hefe
ggf. 2–5 g Hefenährsalz
Tipp: Mehr Honig = höherer Alkoholgehalt & süßerer Met.
Ausrüstung: Was du brauchst
Ein paar einfache Werkzeuge reichen für den Start. Hier eine Basis-Ausstattung:
Gärballon oder Gärbehälter (5–10 Liter, lebensmittelecht)
Gärröhrchen + Gummistopfen
Schlauch (zum Abziehen)
Trichter
Flaschen (z. B. Bügelverschlussflaschen) für die Lagerung
Thermometer (für die Wassertemperatur)
Reinigungsmittel (z. B. Natron, Zitronensäure oder spezieller Gärbehälterreiniger)
Messbecher & Löffel (am besten aus Edelstahl oder Plastik)
Optional:
Mostwaage oder Refraktometer (zur Messung des Zuckergehalts vor/nach der Gärung)
Etiketten (zur Beschriftung von Sorten und Jahrgängen)
Schritt-für-Schritt-Anleitung: So braust du deinen eigenen Met
Vorbereitung
Bevor die eigentliche Herstellung beginnt, solltest du dir etwas Zeit für die Vorbereitung nehmen. Beim Met-Brauen entscheidet vor allem die Hygiene über Erfolg oder Misserfolg. Bereits kleinste Verunreinigungen können die Gärung beeinträchtigen oder den Geschmack verderben.
Reinige deshalb alle Gegenstände gründlich, die später mit dem Met in Berührung kommen. Dazu gehören der Gärballon, das Gärröhrchen, Trichter, Löffel und Schläuche. Viele Hobbybrauer verwenden dafür heißes Wasser oder spezielle Desinfektionsmittel für Gärbehälter.
Anschließend wird der Honig vorbereitet. Erwärme etwa ein bis zwei Liter Wasser auf ungefähr 35 bis 40 Grad Celsius. Das Wasser sollte nicht kochen, da hohe Temperaturen wertvolle Inhaltsstoffe des Honigs beeinträchtigen können.
Rühre den Honig langsam ein, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Gib die Mischung anschließend in deinen Gärbehälter und fülle mit kaltem Wasser auf die gewünschte Gesamtmenge auf.
Nun beginnt der eigentliche Brauprozess.
Bevor du die Hefe hinzugibst, solltest du die Temperatur der Flüssigkeit kontrollieren. Ideal sind etwa 18 bis 22 Grad Celsius. In diesem Bereich arbeitet die Hefe besonders zuverlässig.
Gib nun die Wein- oder Methefe hinzu. Falls du Hefenährsalz verwendest, kannst du dieses ebenfalls jetzt einrühren. Viele moderne Hefen profitieren davon, da Honig von Natur aus relativ wenige Nährstoffe für die Gärung enthält.
Verschließe anschließend den Gärbehälter mit dem Stopfen und dem mit Wasser gefüllten Gärröhrchen. Dieses verhindert, dass Sauerstoff oder Verunreinigungen eindringen, während das bei der Gärung entstehende Kohlendioxid entweichen kann.
Stelle den Gärbehälter nun an einen dunklen Ort mit möglichst gleichmäßiger Temperatur.
Bereits nach ein bis zwei Tagen sollten im Gärröhrchen die ersten Blasen aufsteigen. Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Hefe ihre Arbeit aufgenommen hat.
Je nach Honigmenge, Hefesorte und gewünschtem Alkoholgehalt dauert die Hauptgärung meist zwischen zwei und sechs Wochen. Solange regelmäßig Blasen im Gärröhrchen aufsteigen, ist die Gärung noch aktiv.
Tipp für Hobbybrauer
Notiere dir Honigsorte, Mengenverhältnis, Hefesorte und Startdatum. So kannst du erfolgreiche Rezepte später problemlos reproduzieren oder gezielt verbessern.
Abziehen – nach der Gärung
Sobald keine Blasen mehr aufsteigen und sich am Boden des Gärbehälters eine deutliche Hefeschicht gebildet hat, ist die Hauptgärung abgeschlossen.
Nun wird der Met vorsichtig in ein zweites, sauberes Gefäß umgefüllt. Dieser Vorgang wird als „Abziehen“ bezeichnet.
Verwende dafür einen lebensmittelechten Schlauch und achte darauf, den Bodensatz möglichst nicht aufzuwirbeln. Die abgestorbene Hefe sollte im ursprünglichen Behälter zurückbleiben, da sie den Geschmack bei längerer Lagerung beeinträchtigen kann.
Reifung und Klärung
Direkt nach der Gärung ist Met oft noch leicht trüb und geschmacklich etwas unausgewogen. Viele Brauer lassen ihn deshalb mehrere Wochen oder sogar Monate reifen.
Während dieser Zeit setzen sich weitere Schwebstoffe ab und die Aromen verbinden sich harmonischer miteinander.
Wer einen besonders klaren Met möchte, kann ihn während der Reifephase ein oder mehrmals erneut umfüllen. Dadurch werden zusätzliche Trübstoffe entfernt und der Honigwein gewinnt an Klarheit.
Geduld zahlt sich hier aus: Ein gereifter Met schmeckt meist deutlich runder als ein frisch vergorener.
Abfüllen & Lagern
Sobald der Met ausreichend geklärt ist und deinen geschmacklichen Vorstellungen entspricht, kann er abgefüllt werden.
Verwende dafür gründlich gereinigte Flaschen. Besonders beliebt sind Bügelverschlussflaschen oder klassische Weinflaschen mit Korken.
Fülle den Met vorsichtig ein und verschließe die Flaschen luftdicht. Anschließend sollten sie kühl und möglichst dunkel gelagert werden.
Zwar kann Met bereits nach wenigen Monaten getrunken werden, sein volles Aroma entwickelt er jedoch häufig erst nach sechs bis zwölf Monaten Lagerzeit.
Viele Hobbybrauer berichten sogar, dass gut gelagerter Met nach mehreren Jahren noch komplexer und harmonischer wird.
Variationen & kreative Ideen
Fruchtmet
Wer gerne experimentiert, kann dem Grundrezept verschiedene Früchte hinzufügen.
Besonders beliebt sind Kirschen, Brombeeren oder Himbeeren. Sie verleihen dem Met zusätzliche Süße, Fruchtigkeit und eine interessante Farbgebung.
Kirschmet gehört dabei zu den bekanntesten Varianten und wird seit Jahrhunderten hergestellt.
Kräutermet
Auch Kräuter können spannende Aromen erzeugen.
Thymian, Rosmarin oder Lavendel verleihen dem Met eine würzige Note und erinnern an traditionelle Kräuterweine. Häufig werden die Kräuter als Tee aufgegossen und anschließend dem Honigansatz hinzugefügt.
Winterlicher Wikinger-Met
Wer sich an historischen Festgetränken orientieren möchte, kann mit Gewürzen experimentieren.
Zimt, Nelken, Sternanis oder getrocknete Orangenschalen sorgen für ein warmes Aroma, das besonders in der kalten Jahreszeit hervorragend passt.
Ob die Wikinger genau diese Gewürzkombination verwendeten, lässt sich zwar nicht sicher belegen, sie passt jedoch hervorragend zum Charakter eines kräftigen Mets.
Sicherheitshinweise
Niemals eine laufende Gärung in verschlossenen Flaschen lagern
Bevor du den Met endgültig abfüllst, solltest du sicherstellen, dass die Gärung vollständig abgeschlossen ist.
Wird noch aktiver Met in luftdicht verschlossene Flaschen gefüllt, kann sich durch die weitere Kohlendioxidbildung erheblicher Druck aufbauen. Im schlimmsten Fall können Flaschen platzen.
Hygiene bleibt der wichtigste Faktor
Die meisten Probleme beim Met-Brauen entstehen nicht durch das Rezept, sondern durch mangelnde Sauberkeit.
Sorgfältig gereinigte Werkzeuge und Behälter schützen vor Fehlgärungen und sorgen für ein deutlich besseres Endergebnis.
Met nur für den Eigenbedarf herstellen
Für den privaten Gebrauch ist das Herstellen von Met in Deutschland und Österreich grundsätzlich erlaubt. Wer seinen Met jedoch verkaufen oder öffentlich ausschenken möchte, muss die jeweiligen lebensmittel- und steuerrechtlichen Vorschriften beachten.
Fazit: Met selber machen wie die Wikinger
Met verbindet Geschichte, Handwerk und Genuss wie kaum ein anderes Getränk. Obwohl die heutigen Herstellungsmethoden moderner sind als in der Wikingerzeit, basiert das Grundprinzip noch immer auf denselben Zutaten: Honig, Wasser und Geduld.
Wer seinen eigenen Met braut, erhält nicht nur ein einzigartiges Getränk, sondern auch einen kleinen Einblick in den Alltag vergangener Jahrhunderte. Ob als Begleiter für ein Wikingerfest, als Geschenk oder einfach aus Interesse an historischer Handwerkskunst – Met selber zu machen ist ein spannendes Projekt für alle, die sich für die Welt der Nordmänner begeistern.
Die passende Ausrüstung für deinen ersten Met
Wer zum ersten Mal Met herstellen möchte, benötigt keine professionelle Brauanlage. Mit einer kleinen Grundausstattung lässt sich bereits hochwertiger Honigwein herstellen.
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FAQ: Häufige Fragen rund um Met
Wie lange ist selbstgemachter Met haltbar?
Richtig gelagert mehrere Jahre – meist wird er mit der Zeit sogar besser!
Welche Hefe sollte ich verwenden?
Am besten: Weinhefe. Sie bringt genug Alkoholresistenz mit und verleiht ein gutes Aroma. Notfalls tut es auch Backhefe – aber das Ergebnis ist oft unberechenbarer.
Wird Met automatisch süß?
Nicht unbedingt. Die Süße hängt von der Zuckermenge und der Hefesorte ab. Wenn die Hefe alles vergärt, bleibt ein trockener Met. Mit weniger Hefe oder durch frühzeitiges Stoppen der Gärung bleibt er süßer.
Muss ich den Met filtern?
Nein – aber du kannst. Besonders vor dem Abfüllen ist ein Klärvorgang hilfreich, um Trübstoffe loszuwerden.
Darf ich Met mit Kohlensäure herstellen?
Möglich, aber nur mit spezieller Technik (z. B. Zwangskarbonisierung). In Flaschen mit Restsüße und aktiver Hefe besteht Explosionsgefahr – also Vorsicht!
Willst du jetzt deinen eigenen Met selber machen? Dann probier es aus – und teile dein Ergebnis!
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